Selbstverantwortung, ein Weg in die eigene Heilung

Ich habe es oftmals erlebt, wie alle Erwartungen auf Heilung, auf einen Lehrer übertragen werden, in der Hoffnung, dass er oder sie derjenige ist, welcher uns nun endlich heilen wird, von allem Leid und all den Dingen, die uns unglücklich machen.

Diese Erwartungshaltung führt dazu, dass wir hoffen, nun endlich den perfekten Lehrer gefunden zu haben, welcher makellos ist und uns durch weisen Rat zu einem erfüllten Leben führt. Doch wir realisieren nicht, dass wir eigentlich gar nicht auf der Suche nach einem Seelenfreund, nach einem Lehrer sind, sondern nach jemanden, welcher uns rettet und uns die Arbeit der Heilung abnimmt, so dass unsere Beziehung, welche schon seit Monaten hakt, endlich wieder harmonisch wird, dass unser Leben, welches sich so hart und niederdrückend anfühlt, endlich wieder frei und leicht wird.

Wir erwarten einen Retter und keinen Lehrer, wir erwarten geheilt zu werden, anstelle die Verantwortung für unsere Heilung zu übernehmen und in den dunklen Spiegel der Selbstreflektion zu blicken, welcher uns unsere Schattenthemen widerspiegelt. Die Momente, wo wir vielleicht nicht die weiseste Entscheidung bezüglich unserer Beziehung oder unseres Lebens getroffen haben. Die Muster unserer Kindheitsverletzungen, welche immer noch ins Erwachsenenalter hineinwirken und uns davon abhalten in die eigene Größe zu gehen. All dies wirst du sehen, wenn du den Mut hast, aufrichtig mit dir selbst zu sein.

Wenn Menschen noch nicht über diese Art der Selbstreflektion verfügen, und sie dann feststellen, dass jener Lehrer ihnen auch nicht die erhoffte Erlösung geben kann, werden sie sich schnell abwenden. Sie werden wütend, fühlen sich enttäuscht, abgelehnt und zurückgestoßen, wenn ihr Kartenhaus der Projektion in sich zusammenfällt. Der Lehrer, welchen sie auf einen Sockel gestellt haben, wirkt auf einmal ganz menschlich und fehlbar, nicht der erhoffte Guru unseres goldenen Seelenheils.

Aber es ist nicht die Schuld des Lehrers, es ist unsere eigene Schuld, unsere eigene Unfähigkeit die Verantwortung für unsere Heilung zu übernehmen, unsere Widerstände gegenüber unseren Schattenthemen und unsere Weigerung diesen ins Gesicht zu sehen.

Denn es ist viel einfacher, die Verantworung auf jemand anderen abzugeben, als in den tiefen, dunklen Kessel der Göttin Cerridwen zu steigen, um die hartnäckigen Muster in unserer Persönlichkeit zu durchbrechen, denn dies ist kein Prozess welcher über Nacht geschieht und oftmals viel langwierige Monte und Jahre dauern kann.

Und somit ziehen wir weiter, wie spirituelle Nomaden, von Lehrer zu Lehrer, von Workshop zu Workshop, von Training zu Training, in der Hoffnung, dass wir endlich jemanden finden, der die Fähigkeit besitzt uns zu helfen, uns Ganz zu machen. Doch wir werden nie am Ziel ankommen, wenn wir mit dieser Mentalität weitersuchen.

Und somit sind die Qualitäten einer Priester/in der Cerridwen, Widerstandsfähigkeit, Belastbarkeit, Mut, Stärke, Reife und Ausdauer. Das sind die Qualitäten, welche sie in uns testen wird. Sie wird unsere Knöpfe drücken, indem sie uns Menschen schickt, oder uns in Situationen führt, die uns fordern werden. Aber sie wird uns nie mehr geben, als wir im Stande sind zu bewältigen.

Dies sind die Einweihungsmomente in ihrer Geschichte, wo sie uns in ihrem Aspekt als Cerridwen Initiatrix begegnet, um uns in die nächst höhere Seelenstufe einzuweihen. Es ist ein Moment der Wahrheit, für uns selbst und für sie, wo wir sehen aus welchem Material wir geschaffen sind.

Nachdem wir uns gestreckt und gedehnt haben, über uns hinausgewachsen sind und den Schritt aus unserer Comfortzone gemacht haben, werden wir sehen und spüren, wie unser inneres Licht sich um ein Vielfaches verstärkt hat und hell leuchtet. Dies ist der alchimistische Prozess der Göttin Cerridwen, der Moment der Wandlung vom niederen zum höheren, symbolisiert durch die Alchemie ihres Kessels, ihres magischen Trankes, von Tod und Wiedergeburt.

Wenn wir den Weg in ihre Priesterschaft beschreiten, werden wir diese Prozesse durchlaufen. Deshalb kann sich der erste Schritt, auch wie ein Sprung in tiefes, dunkles Gewässer anfühlen. Hast du den Mut und das Vertrauen, in die eigenen Fähigkeiten und in sie als deine dunkle Seelenführerin? Bist du bereit ihre Hand zu nehmen und ihr in unbekanntes Territorium zu folgen? Wenn ja, dann hast du den ersten Schritt einer Priester/in der Cerridwen gemacht!

18.03.2019, Ana von Avalon

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